Raphael Gygax
ist der OK-Präsident des "The Little Big Festival" in Lichtensteig.
Ob flankierende Massnahmen, Hallenbadsanierung, Strassenprojekte auf dem Ricken, Thursanierung, Hangrutsche oder gesperrte Brücken: Vieles wird im Toggenburg diskutiert, verzögert oder blockiert. Natürlich müssen Projekte kritisch geprüft werden. Aber wir müssen akzeptieren, dass es keine perfekten Lösungen gibt. Bei jedem Vorhaben gibt es Nachteile und Betroffene. Entscheidend ist die faire Abwägung zwischen Einzelinteressen und dem Allgemeinwohl. Auch wir Politikerinnen und Politiker müssen uns an der Nase nehmen. Irgendwann braucht es umsetzbare Lösungen. Zunehmend werden Projekte nicht verbessert, sondern verhindert und verteuert. Nötig sind mehr Pragmatismus, finanzierbare Lösungen und schnellere Verfahren. Infrastruktur zu erneuern ist letztlich eine Kernaufgabe des Staates. Nicht spektakulär, aber entscheidend. Je länger wir zuwarten, desto höher werden Kosten und Risiken – bis hin zu Sperrungen und Schliessungen, wie aktuell in Lütisburg sichtbar wird. Das Toggenburg war immer eine Region pragmatischer Lösungen. Deshalb haben wir beispielsweise alle Dorfumfahrungen. Fortschritt entsteht nicht durch Dauerblockaden, sondern durch Kompromisse und den Mut zur Umsetzung. Genau diese Haltung brauchen wir im Tal wieder vermehrt.
Mathias Müller, Kantonsrat «Die Mitte», Lichtensteig
Lade Fotos..