Nadja Waldis
engagiert sich bei "UznerFamilien" für die Adventsfenster.
Zum Leserbrief in der Ausgabe vom 29. Oktober
Als ehemaliger Politiker bin ich mir persönliche Angriffe gewohnt. Darauf zu reagieren, lohnt sich in der Regel nicht, selbst wenn diese unter der Gürtellinie erfolgen. Wenn diese aber auf falschen Tatsachendarstellungen basieren und nicht nur mich, sondern die Jagd als Ganzes in ein schlechtes Licht stellen, ist eine Richtigstellung Pflicht. Vorab: die fünf Unterzeichner des Leserbriefs «Jagd und Landwirtschaft brauchen einander» schreiben zum Thema «Schutz der Wildtiere»: «… so schützen wir Bauern im Frühling ehrenamtlich die Rehkitze … Entweder mit einer aufwändigen Vergrämung durch Fahnen oder Drohnen-Suchaktionen.» Ja, viele Landwirte engagieren sich für die Kitzrettung. Leider hat sich jedoch keiner der Unterzeichner je bei einem Drohneneinsatz blicken lassen. Auch bei der laufenden Finanzierungsaktion für eine neue Drohne für die Region Libingen haben sie ein Mitwirken kategorisch abgelehnt. Rechtlich wäre es klar, wer in Sachen Rehkitzrettung in der Verantwortung steht … Partnerschaft ist wichtig, aber nie einseitig. Inakzeptabel ist der Vorwurf, dass die Jagd einen Vollzug «ohne Gnadenfrist» fordert. Die Gesetzesbestimmungen gegen Tierleid traten am 1. Oktober 2021 in Kraft. Darin wurde der Landwirtschaft eine Übergangsfrist von vier Jahren zugestanden. Dass mit dem Ablauf der vier Jahre nun ein konsequenter Vollzug gefordert wird, ist eigentlich selbstverständlich. Vier Jahre «Gnadenfrist» sind genug. Dass Bauern aus der Region mit dem höchsten Stacheldrahtbestand im Wald nach Ablauf der vierjährigen Übergangsfrist jetzt gegen die Jagd schiessen, ist schlicht peinlich. Denn seitens der Jagd haben wir unsere Mitarbeit in der Stacheldrahtentsorgung vom ersten Tag an angeboten. Viele Bauern haben unser Angebot angenommen und durch die gemeinsamen Einsätze wurde die Partnerschaft zwischen Bauern und Jägern kantonsweit gestärkt. Partnerschaft kann man nicht nur fordern, sondern muss aktiv gelebt werden. Die Initiative «Stopp Tierleid» bot und bietet dafür eine ideale Plattform.
Peter Weigelt, Präsident RevierJagd St.Gallen
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