Nadja Waldis
engagiert sich bei "UznerFamilien" für die Adventsfenster.
Seit 2024 hat Uznach einen Stadt-Kunst-Garten beim Altersheim Städtli. Der Garten entlang der Stadt-mauer wurde neugestaltet, um die Biodiversität zu fördern und Raum für Kunstprojekte zu schaffen.
Uznach Der Gemeinderat unterstützte das Projekt der IG «Stadt: Kunst:Garten» mit einer Anschubfinanzierung. Kürzlich lud der Kunstverein Oberer Zürichsee zu einer Führung und Künstlergesprächen. Der Kunstraum soll von Kunstschaffenden aus dem Raum ZürichseeLinth bespielt werden. Bruno Glaus präsentierte den Mitgliedern eine Projektidee für die kommenden Jahre. Marlis und Georg Wick gaben Einblick in den Teil Biodiversität mit Kräutern, Sträuchern und dem Aufbau von Magerwiesen.
Man fragt sich, wie passt das zusammen? Doch wenn man den Garten besucht und die Kunstobjekte betrachtet – versteht man plötzlich den Sinn und Zweck. Kunst aus natürlichen Materialien inmitten von Natur ist auch eine Form der Diversität. Der Garten wird zum Kultur- und Erlebnisraum. Zwischen den zwei Hochbeeten mit diversen Kräutern und Blumen, den neugepflanzten Sträuchern und der Eidechsenburg stehen diverse Kunstobjekte – beispielsweise die vier Laubsäulen von Mariuschla Gmür. Als Performance der Vergänglichkeit, wie die Künstlerin ihr Werk beschreibt. Einen weiteren künstlerischen und spirituellen Akzent setzt Sabine Schier-Schröder mit ihren Gebetsmühlen und mit einem gemalten Manifest «Nature conquers back» (Natur erobert zurück) an der Stadtmauer. Als ruhender Pol daneben die sitzende Figur des Genfer Bildhauers Henri Presset (1928-2013).
Nach der Begehung und einem feinen Apéro begab sich die grosse Schar an kunstinteressierten Mitgliedern des Kunstvereins in den Kunstraum Zeitfalten in Uznach. Die Kunstmalerin Chantal Hediger und Bildhauer Urs Schmid haben zusammen eine ansprechende Ausstellung gestaltet, passend zum Namen der Galerie: Raum-Spiel-Raum. Mit einer Performance veranschaulichte Chantal Hediger die Entstehung ihrer Frottagen auf dem brüchigen Sandstein – Zeit und Falten als Lebensspuren. Spontan malte sie mit Kreidefarben auf Transparentpapier und übernahm dabei die Strukturen vom Boden und der rauen Steinwand. Dieses Thema kam auch in ihren Wand-Leparellos zur Geltung. Weiter hinten steht eine Kunst-Garderobe mit auswechselbaren Hängebildern von Hediger. Urs Schmid zeigt farbige Holzbilder und dreidimensionale Holzarbeiten zum Thema Zeit oder Chronos. Bei einem Würfelspiel mit grossen Holzwürfeln erklärten die beiden Künstler Hinter- und Beweggründe ihres künstlerischen Arbeitens. Beide betonten, es habe ihnen viel Freude gemacht, den Raum gemeinsam zu gestalten und das in spielerischer Zusammenarbeit. Die Ideenvielfalt und das Gespür für Farben und Formen ist sichtlich ein Kunstgenuss. pd
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