Jonas Büchel
möchte mit Wird Führungspersonen zu Coaches machen.
Enya Kühne lernt einen für Frauen eher ungewöhnlichen Beruf: Zimmerin. Sie arbeitet begeistert auf Baustellen, wächst an Herausforderungen und macht jungen Frauen Mut, auch untypische Berufswege einzuschlagen.
Region Bevor sie sich für die Ausbildung entschied, schaute sich Enya Kühne verschiedene Berufe an. «Ich wusste schnell, dass ich entweder etwas mit Tieren oder etwas Handwerkliches machen möchte», erzählt sie. Besonders wichtig sei ihr ein gutes Teamklima gewesen. «Handwerker sind meist bodenständig – das finde ich toll.» Zudem könne sie sich bei der Arbeit richtig auspowern. Nach mehreren Schnuppertagen war für sie klar: Der Beruf Zimmerin passt am besten. Nun absolviert Enya ihr erstes Lehrjahr bei der Holzbau Linth AG in Gommiswald.
Der Arbeitstag beginnt für Enya und ihr Team um 7 Uhr im Gemeinschaftsraum des Betriebs. Dort wird mithilfe eines Wochenplans besprochen, wer welche Aufgaben übernimmt. Anschliessend geht es auf die Baustellen. Aktuell arbeitet Enya hauptsächlich ausserhalb des Betriebs. «Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Es gibt immer etwas anderes zu tun, das gefällt mir besonders», sagt die Lernende. Am liebsten arbeite sie auf dem Dach: «Ich mag das Adrenalin und die Aussicht von oben.» Besonders stolz ist Enya auf die Momente, in denen sie Kompliziertes plötzlich versteht. «Ich freue mich immer riesig, wenn ich Dinge selbstständig machen, bei denen ich vorher Mühe hatte.» Zu Beginn traute sie sich auch nicht, Fragen zu stellen: «Ich wollte alles richtig machen und dachte, Fragen zu stellen sei eine Schwäche.» Inzwischen habe sich das aber geändert. Ein besonderes Gefühl sei es auch, privat an einem Haus vorbeizukommen und sagen zu können: «Da habe ich mitgearbeitet.»
Der Beruf der Zimmerin gilt nach wie vor als männerdominiert. Bei der Holzbau Linth AG ist Enya derzeit die einzige Frau im handwerklichen Bereich. «Ich hatte am Anfang das Gefühl, mir den Respekt zuerst verdienen zu müssen», erzählt sie. Heute ist sie stolz darauf, diesen Schritt gewagt zu haben. Vom Team sei sie von Beginn an gut aufgenommen und in alle Arbeiten miteinbezogen worden. In ihrem persönlichen Umfeld wurde Enyas Berufswahl teilweise mit Überraschung aufgenommen. «Manche waren erstaunt, dass es genau dieser Beruf werden soll», sagt sie. Trotzdem wurde sie gut unterstützt – auch, weil es in ihrem Umfeld weitere Frauen in klassischen Männerberufen gibt. Deshalb rät Enya allen jungen Frauen, die sich überlegen, einen für Frauen untypischen Beruf zu lernen: «Traut euch! Ihr müsst keine Angst haben.» Und sie ergänzt selbstbewusst: «Wir Frauen können es genauso gut und bringen frischen Wind ins Unternehmen!»
⋌shs
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