Raphael Gygax
ist der OK-Präsident des "The Little Big Festival" in Lichtensteig.
Der Kaltbrunner Autor Rolf Heuberger veröffentlicht seinen Debütroman "Systemgift".
Mit seinem Debütroman «Systemgift» erfüllt sich der Kaltbrunner Rolf Heuberger einen lang gehegten Traum. Unter dem Pseudonym Hayden Hill verbindet er in seinem Thriller Geheimdienste, Waffenhandel und gesellschaftspolitische Fragen mit einem starken Bezug zur Schweiz – und darf sich bereits über erste positive Rückmeldungen freuen. Der Autor spricht über den Weg zum ersten Buch, seine Inspiration und Zukunftspläne.
Herr Heuberger, wie fühlt es sich an, das erste eigene Buch in den Händen zu halten?
Das war grossartig. Ich hatte keine Ahnung, wie viel Arbeit dahintersteckt. Insbesondere, nachdem die Geschichte eigentlich «erzählt» war. Zum ersten Mal den Verlagsprozess zu durchlaufen, Rückmeldungen zu prüfen und einzuarbeiten, die Geschichte zu überarbeiten, all das war sehr spannend. Als dann meine eigene erste Lieferung vor der Türe stand, war das schon ein toller Moment.
Und wie kam es überhaupt dazu, dass Sie selbst einen Roman veröffentlichen?
Wenn ich Geschichten lese oder Filme sehe, überlege ich mir oft, wie ich das erzählt hätte, was ich noch einbringen würde oder welche Entwicklung mir vielleicht noch fehlt. Einen bestimmten Moment, indem ich beschlossen habe, eine eigene Geschichte zu Papier zu bringen, gab es nicht. Ich begann einfach mal zu schreiben. Die Geschichte nahm dann Form an und die Figuren entwickelten eine Art Eigenleben. Als dann ein Verlag zusagte, die Geschichte als Buch zu veröffentlichen, war das natürlich perfekt.
Sie schreiben unter dem Namen Hayden Hill. Wie kam es zu diesem Pseudonym?
Der Name ist eine Anlehnung an meinen Nachnamen. Der Verlag hat dann schliesslich vorgeschlagen, aufgrund des Genres und der Zielgruppe das Pseudonym zu verwenden. Ich finde, es passt hervorragend zur Geschichte.
Ihr Buch hat auch einen lokalen Bezug.
Genau, die Hauptperson lebt am Walensee. Diese Region gefällt mir ausserordentlich gut, meine Frau und ich haben dort sogar schon einmal ein Haus zum Kauf besichtigt. Als wir bei einer Wanderung wieder einmal dort waren, dachte ich mir, dass die Hauptfigur sich dort wohl auch wohlfühlen würde. Etwas für sich allein und abgeschieden, aber trotzdem mittendrin und wunderschön.
In «Systemgift» geht es um Geheimdienste und Waffenhandel. Wie sind Sie auf dieses Thema gekommen?
Der Umgang mit Informationen und Daten interessiert mich als früheren Informatiker per se. Ausserdem bin ich ein sehr politischer Mensch. Die Welt, in der «Systemgift» spielt, vereint diese und viele weitere Themen, die mich interessieren. Das Buch übt, manchmal auch zwischen den Zeilen, bewusst eine leise Kritik an der heutigen Regulierungsdichte und Bürokratie. Der Geheimdienst als wichtige Bundesbehörde hat sich dafür geeignet, dieses Thema weiter zu vertiefen und die Handlung dort einzubetten.
Das klingt nach einer Menge Recherchearbeit.
Definitiv. Oftmals «recherchierte» ich aber am intensivsten, wenn ich gar nicht recherchierte. Themen begegneten mir im Alltag, in Gesprächen mit Menschen, beim Lesen, beim Arbeiten, unterwegs. Ausserdem war es mir ein Anliegen, dass möglichst viele Fakten stimmen. Selbstverständlich sind die Personen und Vorgänge frei erfunden, doch wenn die Hauptfigur beispielsweise vom Walensee nach Italien fährt, wollte ich, dass die Routen und Zeiten stimmen.
Und wie aufwändig war die Recherche?
Der heute sehr direkte Zugang zu Informationen hat das eigentliche Recherchieren erleichtert. Oft habe ich mir überlegt, mit wie viel Aufwand man früher solche Fakten in Bibliotheken oder bei Institutionen zusammentragen musste. Heute steht viel Wissen jederzeit zur Verfügung. Dahinter steckt aber gleichzeitig eine Bedrohung, die ich im Buch aufnehmen wollte.
«Systemgift» erschien am 11. Juni. Gibt es bereits erste Rückmeldungen?
Die Sommerferien stehen an und die meisten Leserinnen und Leser, die ich persönlich kenne, haben sich das Buch für diese Zeit vorgenommen. Die bisherigen Rückmeldungen waren durchwegs positiv. Beispielsweise gefiel vielen der starke Bezug zur Schweiz und die durchaus vorhandene Kritik an gewissen politischen Entwicklungen. Ich bin mir aber auch bewusst, dass negative Rückmeldungen wohl nicht in erster Linie dem Autor mitgeteilt werden...
Und was sollen die Lesenden nach der letzten Seite aus Ihrem Buch mitnehmen?
Das Buch soll niemanden belehren – wenn es sie unterhalten hat und es Spass gemacht hat, in die Welt von «Systemgift» einzutauchen, ist das Ziel erreicht. Wenn sich jemand darüber hinaus vielleicht sogar künftig etwas mehr Gedanken zum Umgang mit eigenen Daten oder den Herausforderungen der Bürokratie machen würde, wäre das perfekt.
Zum Schluss: Ist eine Fortsetzung von «Systemgift» geplant?
Nicht nur geplant, sondern bereits weitgehend geschrieben. Der Verlag möchte sich verständlicherweise zuerst einmal auf den ersten Teil fokussieren. Wenn «Systemgift» seine Leserschaft findet, hoffe ich, dass der zweite Teil bald folgen kann.
Der Kaltbrunner Autor Rolf Heuberger hat unter dem Pseudonym Hayden Hill seinen Debütroman «Systemgift» veröffentlicht. Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine Strassenreinigerin aus Madrid, die nach einem Lottogewinn auf einer Luxusyacht landet. Was sie nicht weiss: Geheimdienste haben sie längst als Köder auserkoren. In einem tödlichen Wettlauf gegen die Zeit muss der Schweizer Ex-Agent die Frau finden. Weitere Informationen zum Autor und zum Buch unter: www.haydenhill.ch.
Shannon Senn
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