Désirée Leuzinger
kann das 40-jährige Jubiläum der Tanzbodensurris kaum erwarten.
Nach zwölf Jahren müssen die Wanderwege rund um Wattwil ohne Franz Schäfli auskommen.
Zwölf Jahre lang sorgte Franz Schäfli im Auftrag der St.Galler Wanderwege dafür, dass Wanderinnen und Wanderer in der Region Wattwil sicher ans Ziel kommen – mit klaren Wegweisern, frisch gestrichenen Markierungen und gepflegten Pfaden. Nun verabschiedet sich der engagierte Wegwart in den Ruhestand – mit vielen Erinnerungen, einem Nachfolger und Vorfreude auf eigene Touren.
Franz Schäfli, Sie waren zwölf Jahre lang auf den Wanderwegen in der Region Wattwil tätig. Was waren dabei Ihre Aufgaben?
Als Technischer Mitarbeiter war ich für die Signalisations-Arbeiten zuständig. Das beinhaltet Kontrolle, Pflege, Erstellen und Reinigung aller Wegweiser, Richtungszeiger und Markierungen auf allen kantonalen und lokalen Wanderrouten. Diese werden jedes Jahr mindestens einmal begangen und auf ihre Begehbarkeit überprüft. Dabei ist ganz wichtig, dass alle Markierungen sichtbar sind. Dazu musste ich oft viele Stauden schneiden, die auf den Wegen oder über Markierungen gewachsen sind. Damit ich all diese Aufgaben erfüllen konnte, hatte ich immer einen Rucksack mit Werkzeugen, Rhomben und Farbe dabei. Dieser wog dann bestimmt gegen die zehn Kilogramm.
Was hat Sie ursprünglich dazu motiviert, sich bei den St.Galler Wanderwegen zu engagieren?
Nach meiner Pensionierung war es mir wichtig, noch einer sinnvollen Beschäftigung nachzugehen. Bei einer Gruppenwanderung hatte ich einem Technischen Mitarbeiter spontan mitgeholfen, eine falsche Markierung neu zu richten – prompt wurde ich dann später dessen Nachfolger.
Und welches Erlebnis bleibt Ihnen besonders in Erinnerung?
Es war immer wieder schön, wenn sich die Menschen auf den Wanderungen bei mir für die Pflege der Wanderwege bedankt haben. Aber es gibt ein Erlebnis, das ich bestimmt niemals vergessen werde: Bei der Kontrolle eines Wanderwegs musste ich eine Kuhwiese mit Mutterkühen überqueren. Eine Kuh fühlte sich bedroht und rannte mir nach. Ich schlüpfte so schnell ich konnte unter dem Stromzaun hindurch und die Kuh musste davor eine Vollbremsung hinlegen – sie hinterliess eine lange Bremsspur in der Wiese.
Nun hören Sie auf. Was hat zu diesem Entscheid geführt?
Auf mein 80. Lebensjahr möchte ich mich auch hier pensionieren lassen, denn mit zunehmendem Alter wird mir der Rucksack immer schwerer. Ich bin glücklich, einen frisch pensionierten Sängerkollegen als Nachfolger gefunden zu haben. Er hat sich bereits eingearbeitet und ich spüre, dass er seine neue Aufgabe mit dem gleichen Elan wie ich damals angeht und die richtige Einstellung dazu hat.
Und fällt Ihnen der Abschied schwer?
Nein. Ich freue mich auf die neuen Freiräume fürs Wandern und Velotouren mit meiner Partnerin, die mich übrigens bei meiner Arbeit stets sehr unterstützt hat.
Zum Schluss: Haben Sie einen Lieblingswanderweg oder einen Geheimtipp in der Region?
Ja natürlich, nämlich die Hauptrouten, die ich während der letzten zwölf Jahre gepflegt habe: Wattwil – Chapf – Stämisegg – Geiss-kopf – Holzweidsattel – Schwämmli-Chrüzegg – Obere Tweralp – Hinter Rumpf-Wattwil sowie Ricken – Chollertoni – Regelstein – Hüttenbüel – Büntberg – Wattwil.
⋌shs
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