Barbara Soreia Wojak
vergleicht die Menschen in ihrer Kolumne mit einem Boiler.
«Verräterische Schatten – Elisabeth, die letzte Gräfin im Toggenburg» ist bereits das zweite Buch von Sarah Meier.
Mit gerade einmal 19 Jahren steht Sarah Meier kurz vor ihrem Gymnasialabschluss an der Kantonsschule am Burggraben in St.Gallen – und gleichzeitig vor der möglichen Veröffentlichung ihres zweiten Buches. Die junge Autorin aus Degersheim sorgt mit ihrem neuen Werk «Verräterische Schatten – Elisabeth, die letzte Gräfin im Toggenburg» bereits für Aufmerksamkeit.
Region Schon früh entdeckte Sarah Meier ihre Leidenschaft fürs Schreiben. Ihr erstes Buch «Annas Schatten» entstand vor vier Jahren im Rahmen einer Projektarbeit in der Sekundarschule. Darin ging es um die «Hexe» Anna Göldi, die vor ihrer Enthauptung in Degersheim lebte. An das Gefühl, ein eigenes Buch zu veröffentlichen, erinnert sie sich noch gut: «Es war sehr speziell für mich und ich war stolz.» Die Bücher liess sie selbstständig drucken und verkaufte sie ohne Verlag. Das Buch erschien in mehreren Bibliotheken und Buchläden der Region und stiess auf viel Interesse: Von den 250 gedruckten Büchern wurden rund 230 verkauft. Über die positiven Rückmeldungen der Leserinnen und Leser freute sich Meier besonders: Viele hätten ihren einfühlsamen und gut nachvollziehbaren Schreibstil gelobt. «Und für die Leute aus Degersheim war es natürlich ein Highlight, dass die Geschichte hier spielt», ergänzt Meier. Ausserdem durfte sie eine Lesung im Anna Gödli Museum in Ennenda halten.
Mit ihrem zweiten Werk, «Verräterische Schatten – Elisabeth, die letzte Gräfin im Toggenburg», wagt Meier nun einen deutlich grösseren Schritt. Der rund 300 Seiten lange Roman entstand als Maturaarbeit und erzählt die bewegende Lebensgeschichte der letzten Gräfin Elisabeth von Toggenburg. Die Idee dazu kam der jungen Autorin bei einer Wanderung zur Burgruine Neu-Toggenburg, wo sie erstmals von der historischen Figur hörte. Im Zentrum des Buches steht das tragische Leben der Gräfin Elisabeth, es zeigt somit die Frauendarstellung im spätmittelalterlichen Adel auf: 1391 wird sie mit Graf Friedrich VII. von Toggenburg zwangsverheiratet. Schicksalsschläge prägen ihr Leben, darunter eine Fehlgeburt, Vormundschaft, Unterdrückung und verwehrte Eigenständigkeit in der Führung der Grafschaft nach dem Tod ihres Mannes. Die Ehe bleibt kinderlos, und ihr Ehemann wird gewalttätig. In ihrem Buch erzählt Meier, wie Elisabeth versucht, aus der belastenden Beziehung zu entkommen, die Herrschaft im Zentrum einer männerdominierten Ordnung allein weiterzuführen, und wie es für die Gräfin weitergeht, als ihr Mann stirbt. «Ohne zu viel zu verraten: Die Geschichte endet tragisch», gibt Meier erste Einblicke.
Ihre Recherche ging weit übers Bücher lesen hinaus: Sie führte Gespräche mit Fachpersonen, nahm Kontakt mit Nachfahren der Toggenburger und Grafen von Trapp im Südtirol auf und besuchte historische Schauplätze wie die Schattenburg in Feldkirch, die Schlösser Sargans, Werdenberg, Rapperswil und die ehemalige Klosteranlage in Rüti. «So viel es mir leichter, meine eigenen Emotionen und Eindrücke einfliessen zu lassen und es wurde mir nochmals bewusst, wie gross die damalige Grafschaft Toggenburg war», sagt Meier. Auch persönliche Erlebnisse, etwa Besuche von Bällen in Wien, inspirierten sie für einzelne Szenen. Neben den historischen Fakten integrierte Meier auch fiktive Charaktere, wie beispielsweise eine Hebamme, mit der Elisabeth befreundet war. Dabei war ihr besonders wichtig, die ganze Handlung möglichst realitätsgetreu darzustellen. «Ich wollte mich in die Menschen von damals hineinversetzen und verstehen, wie sie gedacht haben», erklärt sie.
Im Vergleich zu ihrem ersten Buch habe Meier beim Schreiben deutlich an Erfahrung gewonnen: «Ich wusste, wie ich vorgehen muss, wo ich Zeit einsparen kann und wie Recherche funktioniert.» Zudem habe sie im Gymnasium gelernt, wie wichtig Dramaturgie und ein roter Faden sind. «Dieses Wissen hat mir enorm geholfen, meine Geschichte literarisch auszuarbeiten», erklärt sie. Sie hofft, dass «Verräterische Schatten» über einen Verlag erscheinen wird. Ob und wann sie ein drittes Buch schreibt, weiss Meier noch nicht genau. «Aber Ideen habe ich viele», sagt sie. Klarer ist hingegen ihr nächster Schritt: Im Herbst beginnt ihr Jurastudium. Dabei verfolgt sie ein klares Ziel: «Ich will meine Stimme für andere einsetzen – so wie ich es in meinen Büchern für vergessene Frauen tue.» Wer sich für das Buch «Verräterische Schatten – Elisabeth, die letzte Gräfin im Toggenburg» interessiert, kann sich unter sar.meier@bluewin.ch direkt bei Sarah Meier melden.
⋌shs
Freue mich schon den Erfolg des Buches beobachten zu dürfen.
Anna antworten
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