Nadja Waldis
engagiert sich bei "UznerFamilien" für die Adventsfenster.
Davud Güllü ist der Taekwondo-Vize-Europameister 2024. Nach der Silbermedaille vor genau einem Jahr reist er dieses Jahr mit hohen Ambitionen an die in einer Woche beginnende Heim-EM im Kanton Waadt.
Wattwil Es habe sich vor drei Jahren abgezeichnet, dass Davud Güllü einmal erfolgreich Spitzensport betreiben würde, sagt sein Betreuer Peer Steinkellner. Seit zehn Jahren trainiert der 15-Jährige aus Ebnat-Kappel bei ihm. Seine Kampfintelligenz, physische Voraussetzungen und nicht zuletzt sein Ehrgeiz würden den jungen Sportler auszeichnen. «Aber», so Steinkellner, «wohlgemerkt, es ist ein gesunder Ehrgeiz.»
Peer Steinkellner, Schulleiter der Kampfkunstschule Wattwil und Nationaltrainer, erinnert sich gerne an den Erfolg seines Schützlings im vergangenen Jahr. «Davud hat seine Gegner bis ins Finale dominiert», so der Coach, «es war einfach grossartig, wie er die Silbermedaille erkämpft hat.» Damit habe der Toggenburger international die Tür für den Schweizer Taekwondo-Nachwuchs geöffnet, weiss der Trainer. Ein zweiter Platz ist generell ein Grund zur Freude, aber Euphorie löst eine Medaille nur aus, wenn sie überraschend kommt oder in einer Randsportart wie Taekwondo gewonnen wird. «Andere haben gesehen, was möglich ist.» Für Peer Steinkellner, der bereits seit über 20 Jahren dafür in der Halle steht, ist das eine besondere Anerkennung für seine Arbeit. Der Erfolg hingegen sei ausschliesslich der des Athleten. Seit 2018 trainiert er den nationalen Nachwuchs, trägt seit 2020 die Gesamtverantwortung für das Schweizer Team. Davuds Triumpf, nach all den Jahren des intensiven Aufbaus, sind ein Beweis für die kontinuierliche Arbeit von Steinkellner und dessen Team.
Seit einem Jahr ist viel passiert. Der Gewinn der Silbermedaille motiviert Davud Güllü tagtäglich. Er trainiert konzentriert und besucht weiter fleissig die Schule. «Ich bewege mich gerne und das Zusammensein mit anderen macht mir Spass», sagt der Kantischüler. Es motiviere ihn und er beginne zu begreifen, dass er langsam zu den Grossen seiner Sportart zähle. «Das macht mich auch stolz.» Zählen kann er neben seinem Trainer jederzeit auf seine Familie. Eltern und Geschwister unterstützen und begleiten ihn auf seinem sportlichen Weg.
Mit dem Schweizer Nationalteam und Coach Steinkellner bereitete sich Davud Güllü vor einem Monat in China auf die kommenden Wettkämpfe und die Europameisterschaft zuhause in der Schweiz vor. Gemeinsam mit anderen Sportlern vor Ort zu trainieren, sei für alle unvergesslich, so Steinkellner. «Wir haben mit einem der weltweit stärksten Mannschaften zusammen auf der Matte gestanden», schwärmt er noch heute. Die Zusammenarbeit sei zufällig entstanden, aber es zeichne sich eine engere und weitere Kooperation ab. Bereits im kommenden Jahr gehe es wahrscheinlich wieder mit dem Team – und hoffentlich weiteren Erfolgen – nach Peking. Gerne würden die Kampfkunst-Sportler aus Fernost und ihre Trainer zu einem Gegenbesuch in die Schweiz kommen. Dafür bräuchte es aber Unterkünfte und wenn möglich noch ein paar Sponsoren im Toggenburg. Aber eins nach dem anderen: Jetzt geht es für Trainer Steinkellner und seine Athleten erst einmal zur Europameisterschaft 2025 im eigenen Land.
⋌hem
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