Roger Eberhard
freut sich als Präsident auf die Fasnacht Kaltbrunn.
Marco Fischbacher aus Unterwasser war ein erfolgreicher Skirennfahrer. Parallel zu seiner sportlichen Laufbahn nahm er ein Studium im Bereich Sportmanagement auf. Nach seinem Ausscheiden aus dem Team entschied er sich, seine Profikarriere zu beenden und sich ganz auf die Ausbildung zu fokussieren. Im Gespräch spricht er über diesen Entscheid, seine aktuellen Projekte sowie seine Zukunftspläne.
Marco Fischbacher, Sie beenden Ihre Karriere und konzentrieren sich auf Ihr Studium. Wie kam es dazu?
An meinem Studium bin ich schon länger dran, habe es aber zeitweise etwas vernachlässigt. Ursprünglich war es mein Plan B neben dem Skisport. Als ich letzten Januar gestürzt bin, wurde mir bewusst, wie schnell alles vorbei sein kann. Ab diesem Moment habe ich das Studium wieder ernster genommen. Als ich dann aus dem Team geflogen bin, habe ich diesen Flow mitgenommen und Vollgas gegeben. Im letzten Jahr habe ich rund vier Semester nachgearbeitet und alle zwei Wochen Prüfungen geschrieben. Da es ein Fernstudium ist, kann ich in meinem eigenen Tempo arbeiten. Jetzt rückt die Deadline näher, und ich freue mich darauf, im Juni – hoffentlich – meinen Bachelor in Sportmanagement in den Händen zu halten.
Was steht in nächster Zeit an?
Bis zum Abschluss steht für mich ganz klar das Studium im Mittelpunkt. Über den Winter schreibe ich meine Bachelorarbeit, wenn möglich in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen. Mit etwas Glück ergeben sich daraus Kontakte, über die ich einen Praktikumsplatz finde und erste Berufserfahrungen sammeln kann.
Haben Sie denn schon eine Vorstellung, in welchem Bereich Sie später arbeiten möchten?
Noch nicht so wirklich. Es gibt kein Unternehmen, wo ich sage: «Da will ich unbedingt hin!» Wenn es irgendetwas mit Sport zu tun hätte, wäre das natürlich schön – aber ist kein Muss, ich bin offen für Vieles.
Und welche Fähigkeiten aus Ihrer Zeit als Skifahrer möchten Sie in Ihre berufliche Zukunft mitnehmen?
Ich habe gehört, dass Profisportler in der Berufswelt gefragt sind – ob das stimmt, werde ich dann herausfinden. Aber ich würde sagen, dass ich selbstständig arbeiten kann, belastbar bin und viel Durchhaltewille besitze. Und ich hoffe, dass ich das auch meinem künftigen Arbeitsgeber beweisen kann.
Könnten Sie sich vorstellen, dem Skisport in irgendeiner Rolle erhalten zu bleiben?
Aktuell bin ich ehrlich gesagt froh über eine Auszeit vom Skifahren. Für diesen Winter habe ich mir bewusst vorgenommen, die Ski in der Ecke stehen zu lassen, da ich genug andere Dinge zu erledigen habe. Ich glaube auch nicht, dass ich mich in nächster Zeit wieder aktiv im Sport engagieren werde – auch nicht als Trainer oder in einer ähnlichen Funktion. Hobbymässig Skifahren möchte ich aber auf jeden Fall weiterhin.
Apropos Hobbys: Sie gehen gerne fischen und jagen. Wie sehr lassen Sie diese Tätigkeiten in Ihre Zukunftsgestaltung einfliessen?
Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich hier auch während meiner Skikarriere sehr privilegiert war. Nach einer Saison konnte ich problemlos ein paar Wochen frei nehmen, um mich anderen Dingen zu widmen. So flexibel werde ich wohl nicht mehr sein, aber ich hoffe trotzdem, noch genug Zeit dafür zu finden.
Und zum Schluss: Wo würden Sie sich gerne sehen, wenn Sie fünf Jahre in die Zukunft blicken?
Das ist schwierig. Wenn man mich vor ein paar Jahren gefragt hätte, wo ich heute stehe, hätte ich nie gedacht, dass ich so lange Ski fahre. Aber ich wünsche mir natürlich, einen Beruf auszuüben, der mir Spass macht, bei dem ich viel lernen kann und gefordert werde.In welcher Branche oder in welchem Unternehmen, weiss ich noch nicht. Da bin ich noch offen – man weiss schliesslich nie, was kommt.
⋌Shannon Senn
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