Désirée Leuzinger
kann das 40-jährige Jubiläum der Tanzbodensurris kaum erwarten.
Seit fast einem Jahr ist Carlo Rosenast Präsident der Ortsgemeinde Kaltbrunn.
Seit Beginn dieses Jahres führt Carlo Rosenast die Ortsgemeinde Kaltbrunn als Präsident. Schon in seinem ersten Amtsjahr hat er einen breiten Einblick in das Wirken der Ortsgemeinde erhalten.
Kaltbrunn Carlo Rosenasts Anfang in der Ortsgemeinde war ein «Kaltstart», wie er es selbst nennt: «Ich war davor nicht im Verwaltungsrat der Ortsgemeinde, sondern stieg direkt als Präsident ein.» Sein Weg dahin führte über die Leidenschaft für Natur und Landwirtschaft. «Ich war immer viel draussen, aktiv in Vereinen, und durch meine Mutter, die Bauerntochter war, schon früh mit der Landwirtschaft verbunden», erzählt Rosenast. Beruflich reizt ihn die Aufgabe, weil er die Ortsgemeinde fast wie eine eigene Firma führen könne – mit Verantwortung, Strategie und Gestaltungsspielraum.
Die Ortsgemeinde Kaltbrunn verwaltet Alpen, Wälder, landwirtschaftliche Flächen und Liegenschaften. Sie beteiligt sich an der Wärmeverbund Kaltbrunn AG, verpachten die Alpwirtschaft Vorderwengi und unterhält den Waldlehrpfad Kaltbrunn-Benken. Einnahmen kommen hauptsächlich aus den Liegenschaften, von Pächtern und vom Forstbetrieb. Die Alpen tragen sich finanziell gerade so selbst, der Waldlehrpfad und die Infrastruktur hingegen verursachen mehr Kosten als Erträge. Geld zu verdienen sei für eine Ortsgemeinde nicht einfach: «Wir können weder Steuern einziehen noch gibt es einen Steuerfuss, der erhöht werden kann, wenn das Geld knapp wird», erklärt Rosenast. «Deshalb ist es eine zentrale Aufgabe, neue Einnahmequellen zu erschliessen.» Ein zentrales Projekt in diesem Zusammenhang ist ein grösseres Bauvorhaben im Grabacker. Mit den Mieteinnahmen will die Ortsgemeinde langfristig ihre finanzielle Basis stärken. Eine weitere Herausforderung ist der Vandalismus: Immer wieder werden vor allem im Waldlehrpfad gepflanzte Bäume beschädigt oder Sitzgelegenheiten zerstört. «Das ist frustrierend, gerade wenn man viel Herzblut in die Projekte steckt», sagt Rosenast.
Neben dem Bauprojekt laufen derzeit verschiedene kleinere Vorhaben. Der Forstbetrieb bildet Lehrlinge aus und möchte einen seit anderthalb Jahren gemieteten Forstschlepper fest übernehmen. Für die beliebten Grillplätze im Waldlehrpfad soll ein Online-Reservationstool eingerichtet werden. Auch die Öffentlichkeitsarbeit wurde kürzlich modernisiert: Die Ortsgemeinde hat eine komplett überarbeitete Homepage und ein neues Logo erhalten. «Unser Ziel ist es, näher bei den Kaltbrunnerinnen und Kalbrunnern zu sein», betont Rosenast. Unterstützt wird er bei seinen Vorhaben vom Verwaltungsrat. «Wir diskutieren an den Sitzungen, wägen ab und entscheiden anschliessend gemeinsam als Team.» Die Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde ist gut, auch wenn die gemeinsamen Projekte überschaubar sind. Eine enge Kooperation gibt es beim Wärmeverbund, an dem beide je zur Hälfte beteiligt sind. «Einmal im Jahr treffen sich Vertreter von Ortsgemeinde, politischer Gemeinde und Kirche zu einem gemeinsamen Austausch mit Apéro», sagt Rosenast, «das stärkt das Miteinander.»
Das langfristige Ziel von Rosenast ist klar: Die Ortsgemeinde soll finanziell so aufgestellt sein, dass sie nicht nur das Notwendige stemmen, sondern auch Vereine und weitere Projekte in Kaltbrunn unterstützen kann. «Das geplante Bauprojekt wird ein wichtiger Schritt in diese Richtung sein», ist Rosenast überzeugt. Auch privat zieht es den Ortsgemeindepräsidenten nach draussen: Er geht gerne wandern, ist passionierter Jäger und verbringt Zeit auf seinem Fischerboot am Walensee. Im Turnverein will er nach einer Knieoperation bald wieder aktiv mitturnen. «Die Natur und das Vereinsleben sind für mich eine wichtige Ergänzung zum Beruf», sagt er – Werte, die er auch in seiner Arbeit für die Ortsgemeinde Kaltbrunn einbringt. Mit viel Motivation, einem engagierten Team und klaren Ideen will Carlo Rosenast die Ortsgemeinde in eine stabile Zukunft führen. Seine ersten Monate im Amt fasst er folgendermas-sen zusammen: «Die Zeit war intensiv. Das Team will etwas bewirken. Das ist Arbeit und macht Freude.»
⋌shs
Lade Fotos..