Anna-Catrina Walt
übernimmt neu das Präsidentenamt des Sportvereins Wildhaus - Alt St.Johann.
Radball ist spektakulär, schnell und bei vielen noch eher unbekannt. Für Rafael Artho hingegen gehört die Sportart seit der Kindheit zum Alltag. Der 24-Jährige aus Lichtensteig gehört zum Rad- und Motorfahrerverein (RMV) Mosnang und spielt in der Nationalliga A.
Mosnang Zum Radball kam Artho durch seine Familie. Sein älterer Bruder spielte bereits und der Vater nahm ihn regelmässig mit ins Training. So dauerte es nicht lange, bis er selbst auf dem Rad sass. «Es war eigentlich nie eine Frage, ob ich das auch mache», sagt er rückblickend. So weit sich Artho zurückerinnern kann, gehört das Rad zu seinem Leben. Daraus entwickelte sich eine Leidenschaft, die bis heute anhält. Was Artho besonders fasziniert, ist die Akrobatik des Sports. «Wenn ich Leuten Videos zeige, die Radball nicht kennen, sind sie immer überrascht, wie spektakulär das aussieht», erzählt er. Dazu komme die besondere Gemeinschaft – sowohl innerhalb des RMV Mosnang als auch mit auswärtigen Spielern. Trotz Wettkampfgedanken herrsche ein respektvoller, fast familiärer Umgang. Neben dem Spielfeld gibt es keine Rivalität: «Nach Weltcup Turnieren gehen wir mit den Gegnern etwas trinken.»
Seit 2015 bildet Artho gemeinsam mit Björn Vogel ein Team. Die beiden unterscheiden sich in ihrer Spielweise deutlich: Während Vogel als Torhüter Wert auf Struktur und klare Abläufe legt, agiert Artho im Feld gerne kreativ und unberechenbar. Diese Gegensätze führen zwar hin und wieder zu Diskussionen, machen ihre Partnerschaft jedoch zugleich besonders wertvoll und erfolgreich. Seit fast sechs Jahren spielen die beiden in der Nationalliga A. Sportlich ist Artho besonders stolz auf Rang 3 am Weltcup-Finale 2025, dem hochkarätigsten Turnier im Radball. Emotional bleibt ihm aber ein anderes Erlebnis in Erinnerung: die Junioren-Europa-meisterschaft 2017 in Prag. «Ich war wahnsinnig nervös und konnte in den letzten Sekunden das entscheidende Tor schiessen», erinnert sich Artho. Dieses sicherte ihnen den entscheidenden Punkt zum dritten Platz. «Dieses Gefühl werde ich niemals vergessen.»
Doch auch Rückschläge gehören zum Sport dazu. Die Saison 2024 verlief für Artho und Vogel nicht wie erhofft. Davon liess sich Arthojedoch nicht entmutigen: «Das ist wie im echten Leben – manchmal gibt es schwierige Phasen. Dann heisst es: Kopf hoch und weitermachen.» Trainiert wird zweimal pro Woche in der Halle, ergänzt durch individuelles Fitnesstraining. Auch wenn Artho seit seiner Kindheit an den regelmässigen Trainingsaufwand gewöhnt ist, ist es nicht immer einfach, Sport, Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bringen. Dank der Unterstützung seiner Familie und flexibler Arbeitszeiten gelingt ihm dieser Spagat jedoch gut. Jungen Menschen, die sich für Radball interessieren, gibt Artho folgenden Rat: Einfach mal ausprobieren. «Die Community ist cool, der Sport fordert den ganzen Körper und ist extrem intensiv – und auch zum Zuschauen spannend.» Eine gute Gelegenheit bietet etwa das jährliche Grümpelturnier in Mosnang. Dort lässt sich Radball live erleben. «Und wer will, darf es natürlich auch selbst ausprobieren», ergänzt Artho. Auf dem Instagram-Account teamrafaelbjorn finden Interessierte weitere Informationen zu Rafael Artho und Björn Vogel. Zudem kann man sich unter www.rmv-mosnang.ch über den RMC Mosnang informieren.
⋌shs
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