Roger Eberhard
freut sich als Präsident auf die Fasnacht Kaltbrunn.
Die Ortsgemeinde Gommiswald- Dorf ist verantwortlich für Wald, Alpen, Landwirtschaftsflächen, Naturschutz und Baurechtsland. Was nach viel Verwaltungsarbeit klingt, ist in Wahrheit ein vielseitiges Aufgabengebiet, das stark von Engagement, Weitsicht und Gemeinsinn lebt.
Gommiswald Einer, der diese Werte verkörpert, ist Roman Bernet. Der 65-Jährige steht seit 2005 an der Spitze der Ortsgemeinde und prägt ihre Entwicklung seit Jahrzehnten mit. Roman Bernet war bereits von 1985 bis 1992 Mitglied des Verwaltungsrats, ehe er eine Pause einlegte. 2005 kehrte er als Präsident zurück – inzwischen in seiner fünften Amtsdauer. «Wir», sagt er konsequent, wenn er über Projekte spricht. Denn für ihn ist klar: Entscheidungen werden gemeinsam gefällt. Die Arbeit im Team, ein strukturiertes Vorgehen und eine klare strategische Ausrichtung seien ihm besonders wichtig. Als Bernet sein Amt übernahm, hatte die Ortsgemeinde ein etwas verstaubtes Image. «Die schauen nur für sich», hiess es damals. Es gab keine Website, kein Leitbild, wenig Kommunikation nach aussen. Bernet setzte früh auf Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit. Das Resultat: Heute gilt die Ortsgemeinde als verlässliche Partnerin, unterstützt Vereine und wird in Gommiswald als positive Kraft wahrgenommen. Dieses Vertrauen zu erhalten, sei ein fortlaufender Auftrag.
Die Zuständigkeiten sind vielfältig. In der Forstwirtschaft betreibt die Ortsgemeinde den Werkhof Eichund engagiert sich im Waldreservat gezielt für die Förderung des Auerhuhns. Die Alpbewirtschaftung umfasst die Gebiete Rittmarren, Klosterberg und Egg – inklusive zweier Alprestaurants. Im Bereich Landwirtschaft werden rund 20 Hektaren Wiesland an sieben Parteien verpachtet. Auch im Naturschutz setzt sie Akzente, etwa mit dem Erhalt von Steinmauern, Bergahornbeständen oder Magerwiesen. Zudem stellt sie Bauland im Baurecht zur Verfügung, darunter das Gewerbe- und Industriegebiet Hof sowie Flächen beim Birchli, dem Schwimmbad, und stellt den Parkplatz Birchli gratis zur Verfügung. Einen besonderen Stellenwert hat für Bernet ein Grundsatz, den die Bürgerschaft bereits in den 1980er-Jahren gefasst hat: Das Land der Ortsgemeinde wird nicht verkauft, sondern nur im Baurecht abgegeben. «Das schafft langfristige Sicherheit und sorgt für regelmässige Einnahmen», erklärt der Präsident.
Inhaltlich ist die Arbeit gut strukturiert, doch der Verwaltungsrat steht vor einer bekannten Herausforderung: genügend engagierte Mitglieder zu finden. Auch Fachpersonal im Forstbereich zu rekrutieren, ist nicht einfach. Trotzdem gehen die Arbeiten voran. Zu den jüngsten Projekten zählen die Stromerschliessung der Alpen Rittmarren und Klosterberg im letzten Jahr und der Ersatz-Neubau der Alp Rittmarren, sowie der Kauf eines ganzen Wohnblocks im Jahr 2022 – teils als Investition, teils als neuer Bürostandort der Ortsgemeinde. Künftige Projekte sind bereits im Fokus: Die Waldstrassen sollen saniert und die Alprestaurants «Klosterberg» und «Egg» umfassend renoviert werden. «Das kostet Geld», sagt Bernet. «Bevor wir damit beginnen, müssen wir zuerst die Finanzierung sicherstellen.»
Innerhalb der Gemeinde funktioniert der Austausch mit den unterschiedlichen Körperschaften gut. An der jährlichen Zusammenkunft berichten die verschiedenen Räte über aktuelle Entwicklungen. Mit den Ortsgemeinden der Region, insbesondere mit Rieden, steht der Verwaltungsrat in einem engen und kontinuierlichen Dialog. Langfristig möchte Roman Bernet vor allem eines: einen stabilen Finanzhaushalt sichern. Denn je soliderdie Finanzen, desto mehr kann die Ortsgemeinde zur Lebensqualität in Gommiswald beitragen. Ausserdem soll sie eine offene, starke Kraft bleiben und immer bereit für Neues sein.
⋌shs
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