Roger Eberhard
freut sich als Präsident auf die Fasnacht Kaltbrunn.
Seit 30 Jahren bietet das Kur- und Therapiezentrum Sunnehus in Wildhaus einen Ort der Regeneration und Selbstheilung. Mit ganzheitlicher logopsychosomatischer Medizin unterstützt es Menschen dabei, eigene Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen und neue Wege zu mehr Gesundheit zu finden. Geschäftsführer Peter Spescha spricht über die häufige Energielosigkeit nach den Feiertagen und zeigt auf, was dagegen hilft.
Viele Menschen fühlen sich nach den Feiertagen erschöpft, energielos oder demotiviert. Woran liegt das aus Ihrer Sicht?
Der Januar empfängt uns oft mit einer besonderen Stille – die intensiven Feiertage liegen hinter uns, der Alltag hat aber noch nicht richtig begonnen. Die Zeit vor und während Weihnachten ist für viele sehr fordernd: Geschenke organisieren, Essen vorbereiten, hoher Arbeitsdruck. All das wirkt sich auf unsere Psyche aus. Gleichzeitig geraten wir körperlich aus dem Gleichgewicht: schweres Essen, weniger Bewegung, kaum Sonnenlicht und veränderte Schlafrhythmen. Dabei wäre die dunklere Jahreszeit eigentlich eine natürliche Phase des Rückzugs, des Verarbeitens und Loslassens. Wer jedoch ohne Anpassung «weiterrennt» und diese Zyklen ignoriert, spürt häufig Müdigkeit, Unwohlsein oder fehlende Motivation.
Und welche Warnsignale sollte man ernst nehmen, wenn sich Erschöpfung oder Niedergeschlagenheit verfestigen?
Unser Körper kommuniziert ständig mit uns – wir müssen nur bereit sein, hinzuhören. Alarmzeichen sind etwa anhaltende Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf, Verspannungen, Schlafprobleme, veränderter Appetit oder eine erhöhte Infektanfälligkeit. Auch der Verlust von Freude, fehlender Antrieb, innere Unruhe oder eine bleierne Schwere sind wichtige Hinweise. Entscheidend ist, diese Signale nicht zu verdrängen. Sie sind kein Zeichen von Schwäche, sondern eine Einladung, innezuhalten. Symptome sind wertvolle Wegweiser – sie zeigen uns, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Im Sunnehus erleben wir oft, dass Menschen erst kommen, wenn der Körper sehr deutlich wird. Dabei wäre es heilsamer, schon auf die leisen Warnzeichen zu reagieren, bevor sich eine tiefe Krise entwickelt.
Spüren Sie im Winter oder nach den Festtagen eine erhöhte Nachfrage?
Ja, deutlich. Gerade nach den Feiertagen suchen viele Menschen Unterstützung. Grundsätzlich stehen viele Menschen in der Schweiz das ganze Jahr über unter Druck – dieses permanente «Rennen» wirkt sich langfristig auf die seelische und mentale Gesundheit aus. Die Herbst- und Wintermonate, insbesondere die Festtage, verstärken diese Belastung oft zusätzlich. Der Jahreswechsel bringt viele zum Nachdenken: Das alte Jahr endet, ein neues beginnt. In dieser Phase wird oft plötzlich spürbar, was im eigenen Leben nicht mehr stimmig ist. Viele sehnen sich dann nach Ruhe, nach einem Ort, an dem sie sich sammeln und neu ausrichten können. Der Winter lädt von Natur aus zur Einkehr ein – nach den intensiven Festtagen wird dieses Bedürfnis besonders stark.
Was raten Sie Menschen, um im Januar emotional stabiler und mental ausgeglichener zu bleiben?
Zentral ist, sich bewusst Pausen zu erlauben. Schon zehn bis fünfzehn Minuten tägliche Atemarbeit können helfen, wieder im Moment anzukommen. Besonders wirksam ist es, diese bewusste Zeit mit Bewegung zu verbinden – etwa bei einem Spaziergang. Gerade im Januar tut das wenige Tageslicht Körper und Seele enorm gut.
Können Sie eine konkrete Übung empfehlen?
Sehr bewährt ist die sogenannte 4-4-8-Atmung: Vier Sekunden einatmen, vier Sekunden den Atem halten, acht Sekunden ausatmen. Bereits drei Wiederholungen können das Nervensystem beruhigen. Wichtig ist aber, dass jede Person die Übung findet, die zu ihr passt. Auf Plattformen wie YouTube gibt es zahlreiche Meditationen gegen Erschöpfung und Verspannung. Wer nicht gerne meditiert, kann auch über Bewegung einen Ausgleich finden – zum Beispiel mit Tai Chi oder Barfussgehen. Entscheidend ist die Regelmässigkeit. Nur darüber zu sprechen, bewirkt nichts. Deshalb empfehle ich, feste Zeiten für solche Rituale einzuplanen. Wir Menschen brauchen Struktur und Wiederholung.
Und wie gelingt es, diese Vorsätze ohne Druck und Stress umzusetzen?
Ein sehr hilfreiches Instrument ist das sogenannte Lebensrad, das man online herunterladen kann. Dabei wird sichtbar, wie viel Zeit man einzelnen Lebensbereichen widmet. Oft erkennen Menschen dabei, wie einseitig ihr Alltag geworden ist – etwa, wenn Arbeit oder Familie alles dominiert und kaum Raum für eigene Bedürfnisse oder Freundschaften bleibt. Auf dieser Basis lässt sich das Lebensrad bewusst anpassen: Überbetonte Bereiche werden reduziert, vernachlässigte gestärkt, bis sich ein stimmigeres Gesamtbild ergibt. Daraus entstehen realistische Vorsätze, die auch motivieren. Und falls nicht alles sofort gelingt, sage ich immer gern: «Ein Rückschlag ist kein Scheitern, sondern Teil des Weges.»
Das Sunnehus teilt über seine Social-Media-Kanäle Tipps zu Übungen und Routinen. Wer Atemübungen praktisch erleben möchte, kann bei Peter Spescha (peter.spescha@sunnehus.ch), in der Zeit von Januar und Februar 2026, einen kostenlosen Gutschein für einen Atemsonntag anfordern (einlösbar innerhalb 24 Monaten). Atemtagtermine und Informationen unter www.sunnehus.ch.
⋌Shannon Senn
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