Tiziano Gerber
und die Band Band Beat the 18th suchen neue Mitglieder aus dem Linthgebiet.
Jedes Jahr dürfen Kinder aus einkommensschwachen Familien aus Ostdeutschland einige unbeschwerte Ferientage in der Schweiz verbringen.
Region Organisiert vom Verein Schweizer Gasteltern, wird seit vielen Jahren das Ferienprogramm für Kinder aus schwierigen Lebenssituationen angeboten. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz wird die Sommererholung durchgeführt. Die Kinder stammen grösstenteils aus Familien, die sozial benachteiligt sind und sich Urlaubsreisen nicht leisten können. Sie verbringen zwei Wochen bei ihren Schweizer Gasteltern. Sandra Wohlgemuth aus Wagen ist schon lange dabei und setzt sich mit viel Herzblut für das Anliegen ein. «Doch», so sagt sie, «Jahr für Jahr besteht die grosse Hürde darin, Familien zu finden, die bereit sind, Feriengäste bei sich aufzunehmen.» Sandra Wohlgemuth engagiert sich nicht nur im Verein, sondern bietet als Gastfamilie selbst ein Zuhause auf Zeit an. Mandy, heute 16 Jahre alt, kam mit sechs das erste Mal in die Schweiz. Seither verbringt sie jedes Jahr zweiWochen bei den Wohlgemuths und ihren Kindern. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten liess sich die Familie immer wieder darauf ein und freut sich darüber, dass Mandy weiterhin gerne zu ihnen kommt. «Die Unterschiede sind schon gewaltig», so Wohlgemuth, «aber es ist Mandys Eltern hoch anzurechnen, dass sie es dem Mädchen ermöglichen.»
Die Geschichte des Vereins Schweizer Gasteltern beginnt im Jahr 1990, ein Jahr nach dem Mauerfall in Deutschland. Viele Familien, speziell aus dem Ostteil, blieben auf der Strecke. Der Verein setzt sich heute noch zum Ziel, armutsgefährdeten Kindern etwas Geborgenheit, Schutz und auch Zukunftsaus-sichten zu bieten. Die Ersatzfamilien übernehmen für eine gewisse Zeit die Fürsorge der Feriengäste, wobei diesen ermöglicht wird, sorglose Tage zu verbringen. Entschädigungen gebe es keine, erklärt Sandra Wohlgemuth. Die Reise werde finanziert, notwendige Versicherungen gezahlt und die Kosten für die Vermittlungsarbeit getragen. Wer Ferienkinder aufnehme, mache das gerne freiwillig.
Neben der Suche nach Gastfamilien beschäftigt sich der Verein auch mit der Frage, wer zu wem soll. Dabei werden Wünsche weitestgehend berücksichtigt, merkt Sandra Wohlgemuth an. Im vergangenen Jahr nahmen Manuela Wigger und ihr Mann zum ersten Mal ein Kind bei sich auf. Paul (12) reiste zu ihnen und ihrem Sohn ins Toggenburg. Aufmerksam auf die Aktion wurde sie durch die Zeitung. Bei einem Austausch mit ihrer Freundin darüber, haben sie zusammen beschlossen, sich auf das Abenteuer einzulassen. Regula Lustenberger selbst erinnert sich an ihre Kindheit und dass bei ihnen zuhause immer Ferienkinder zu Besuch waren. Als «ehemaliges Landkind» konnte sich die Alleinstehende gut vorstellen, jemanden bei sich aufzunehmen. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten und Herausforderungen, sei es eine bereichernde Zeit für alle gewesen und beide Parteien würden es noch einmal machen. Vielleicht mit einem anderen Kind, gibt Manuela Wigger zu bedenken. Paul sei sehr introvertiert, ganz das Gegenteil von ihrem Sohn, der sich einen Spielgefährten an seiner Seite erhoffte. Dafür verstand sich der Zwölfjährige auf Anhieb gut mit Regula Lustenberger. Deren Gasttochter (Maxi, 13) kam mit allen gut zurecht und so standen gemeinsamen Unternehmungen nichts im Wege. Abschliessend schätzen sowohl Manuela Wigger als Regula Lustenberger ein, dass der Austausch sehr nachhaltig sei. Es wird einem bewusst, dass vieles nicht selbstverständlich ist.
Die Kommunikation zwischen Gastfamilie und dem Verein ist sehr wichtig. «Wir stehen während der Zeit regelmässig in Kontakt und sind bei Problemen zur Stelle», so Sandra Wohlgemuth. Die beiden Toggenburger Gastmütter bestätigen das und attestieren den Organisatoren, dass die Unterstützung grossartig ist und man gut aufgenommen wird. Immer sei jemand erreichbar. Viele Familien stehen über das Jahr mitihren Ferienkindern in Kontakt. Das sei wünschenswert, so Wohlgemuth, denn so müsse das Vertrauen nicht immer wieder neu aufgebaut werden. Der Verein möchte weiterhin ostdeutschen Kindern schöne Urlaubstage in der Schweiz ermöglichen und ist auf der Suche nach weiteren Gasteltern. Im Prinzip könne sich jeder melden, auchalleinstehende Frauen oder ältere Paare. Es braucht nur etwas Platz und Zeit, vielleicht auch ein bisschen Mut, aber das Erlebnis ist eine schöne Lebenserfahrung.
Für sozial benachteiligte Kinder aus der Region um das ostdeutsche Leipzig werden vom 11. bis 25. Juli Gastfamilien gesucht, die einem Kind ein schöne Zeit in der Schweiz schenken möchten. Sie werden sicher gemeinsam unvergessliche Momente erleben. Bei Interesse oder für weitere Informationen melden Sie sich unter Tel. 079 732 95 80 oder per E-Mail: info@gasteltern.ch.
⋌
hem
Lade Fotos..