Urs Müller
aus Krummenau legt bei seinen Massagen grossen Wert auf Individualität.
Sepp Fust vom BWZT freut sich über die anhaltende Beliebtheit von Holzberufen.
Sepp Fust ist Bereichsleiter Holzberufe am Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg (BWZT) in Wattwil und unterrichtet dort angehende Holzfachleute. Er spricht über die verschiedenen Ausbildungswege, die Entwicklung der Holzberufe und die Bedeutung des neuen Werkraums Holz & Energie.
Sepp Fust, welche Holzberufe werden am BWZT ausgebildet?
Wir bilden Zimmerleute EFZ und Holzbearbeiterinnen und Holzbearbeiter EBA aus. Die Ausbildung zur Zimmerin beziehungsweise zum Zimmermann dauert vier Jahre, jene zur Holzbearbeiterin oder zum Holzbearbeiter EBA zwei Jahre. Letztere richtet sich besonders an praktisch veranlagte Menschen, deren Stärke weniger in der Schule liegt. Das BWZT ist die einzige Schule im Kanton St.Gallen, welche auch die EBA-Variante anbietet.
Wie sehen die Weiterbildungsmöglichkeiten aus?
Sie sind sehr vielseitig. Man kann sich klassisch auf der Berufsschiene zum Vorarbeiter, Polier, Techniker oder Meister weiterbilden. Oder man wählt nach erfolgreich abgeschlossener Berufsmaturität den Weg an eine Fachhochschule und besucht bauverwandte Lehrgänge, beispielsweise in Architektur oder Bauführung. Nicht weniger bedeutsam ist die betriebliche Weiterbildung der Fachkräfte durch Kursbesuche. Lebenslanges Lernen ist heute unverzichtbar.
Und was sollen Jugendliche mitbringen, die einen Holzberuf erlernen möchten?
Teamfähigkeit ist sehr wichtig, denn man arbeitet fast immer im Team. Und man muss körperlich robust sein, denn der Job kann anstrengend sein. Wichtig sind neben handwerklichem Geschick auch Freude an Holz, Maschinen und Technologien, räumliches Vorstellungsvermögen, mathematisches Verständnis und Durchhaltewille.
Wie entwickelt sich die Zahl der Lernenden?
Es gibt zum Glück immer noch viele Lernende, die Zahl hat tendenziell sogar zugenommen. Der Holzbau befindet sich in einer Wachstumsphase, das bedeutet auch mehr Betriebe und mehr Arbeitsplätze. Ausserdem verbindet der Beruf Handwerk und Tradition mit Hightech. Diese Mischung kommt bei vielen gut an. Mich freut besonders, dass auch der Frauenanteil in den letzten Jahren etwas gestiegen ist. Er liegt aktuell bei etwa zehn Prozent.
Auch im Toggenburg ist der Holzbau tief verankert.
Definitiv, er ist ein typischer Beruf in der Region. Das zeigt sich auch am grossen Angebot und der Nachfrage nach Lehrstellen. Zusätzlich machen die Diskussionen um CO₂ und Klima Holz als Baustoff attraktiv. Ausserdem muss seit wenigen Jahren bei kantonalen öffentlichen Bauten immer auch eine Holzvariante geprüft werden. Insgesamt haben Wald und Holz einen höheren Stellenwert bekommen, auch in der Politik.
Das zeigt auch der neue Werkraum Holz & Energie.
Genau. Im jetzigen Gebäude haben wir zu wenig Platz für die überbetrieblichen Kurse. Seit die Ausbildung der Zimmerleute 2014 von drei auf vier Jahre verlängert wurde, gibt es mehr Kurstage. Zudem bauen wir heute grösser und höher, weshalb die Werkstätten im Schulhaus teilweise zu klein sind. Der neue Werkraum soll ein Ort der Begegnung und des Austauschs werden und neben den überbetrieblichen Kursen auch für Veranstaltungen genutzt werden. Geplant ist ein grosses Schaufenster, um die handwerkliche Berufsbildung für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen.
Zum Schluss: Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Holzberufe?
Dass die überbetrieblichen Kurse, Betriebe und die Schule weiterhin eine spannende Ausbildung anbieten können. Dafür ist es wichtig, dass die drei gut zusammenarbeiten. Ich hoffe, dass wir weiterhin junge, motivierte Leute für den vielfältigen und faszinierenden Beruf finden.
Shannon Senn
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