Anna-Catrina Walt
übernimmt neu das Präsidentenamt des Sportvereins Wildhaus - Alt St.Johann.
Mitten in Nesslau wächst seit fast zwei Jahren ein besonderer Ort heran: der Verein Löchli. Wo früher kaum gemeinschaftlicher Gemüseanbau über private Gärten hinaus existierte, verbindet der junge Verein heute biologische Landwirtschaft, Biodiversitätsförderung und kulturelle Begegnung zu einem lebendigen Ganzen.
Nesslau Präsidentin des Vereins ist Heidi Rey, Gärtnerin und Köchin aus Nesslau. Sie engagiert sich aus grosser Überzeugung: «Für mich ist es seit jeher wichtig, aktiv zu sein – genau mit den Themen, die der Verein Löchli vertritt: Gemeinschaft, Permakultur, Regionalität und Biodiversität.» Diese Werte bilden das Fundament des Vereins, der am 6. April 2024 gegründet wurde und inzwischen 45 Mitglieder zählt – mit steigender Tendenz. Man fördert Biodiversität und produziert Gemüse aus biologischem Anbau – konsequent ohne Chemie und mit bodenschonenden, aufbauenden Methoden. Von der Saatgutgewinnung über die Pflanzenanzucht bis zur Ernte von Gemüse, Kräutern und Früchten geschieht alles mit viel Handarbeit und Herzblut. Besonders im Toggenburg, das landwirtschaftlich stark von Viehhaltung geprägt ist, versteht sich der Verein als Ergänzung: Neben Fleisch und Käse soll auch feines, regionales Bio-Gemüse seinen Platz haben.
Die Idee, Gemüseanbau und kulturellen Begegnungsraum zu vereinen, ist für Heidi ein wichtiges Anliegen: «Permakultur hört nicht am Beetrand auf. Es geht um einen ganzheitlichen Kreislauf zwischen Gemüseanbau, sozialem Netzwerk, Gemeinschaft und Region.» Im Löchli habe man dafür einen idealen Ort gefunden. Ein zentrales Angebot des Vereins ist das Gemüse-Abo. Abonnentinnen und Abonnenten erhalten während der Saison wöchentlich eine Kiste mit saisonalem, gartenfrischem Gemüse sowie selbst Eingemachtem – von der Minikiste bis zur grossen Familienkiste. Die nächste Abo-Saison startet im Mai und dauert 30 Wochen bis Dezember. Nicht verteiltes Gemüse ist zudem im Selbstbedienungskiosk beim Parkplatz erhältlich. Ebenso wichtig wie die Ernte sind die regelmässigen Gartentage, insbesondere der gut besuchte Arbeitsmittwoch. Menschen aller Altersgruppen und aus unterschiedlichen Lebenssituationen kommen zusammen, um gemeinsam zu gärtnern, Wissen auszutauschen und Biodiversitätsflächen zu pflegen – von Hecken und Totholzstrukturen bis zu Lebensräumen für Insekten und andere Nützlinge. «Es freut uns sehr, wie viele Leute regelmässig kommen», so Heidi, «und natürlich auch, dass immer wieder neue Gesichter vorbeischauen.»
Ein weiterer Baustein ist das Atelier Löchli, das Raum für Kultur, Handwerk und Kulinarik bietet. Hier finden Kurse, Konzerte, Theateranlässe sowie gemeinsames Kochen und Essen statt – Tätigkeiten, die Menschen seit jeher verbinden. Als junger Verein steht das Löchli jedoch auch vor Herausforderungen. Viele Projekte benötigen finanzielle Mittel, während ein grosser Teil der Arbeit – insbesondere im Kernteam – bislang ehrenamtlich geleistet wird. Unterstützung für die Pflanzung einer Wildhecke kam bereits vom Neustromfond Ostschweiz, der Gemeinde Nesslau und der Liegenschaftsbesitzerschaft. Für die weitere Biodiversitätsförderung ist man dennoch weiterhin auf neue Mitglieder und finanzielle Beiträge angewiesen. Für die Zukunft wünscht sich Heidi Folgendes: «Dass wir unsere verschiedenen Projekte mit engagierten Mitgliedern umsetzen können – und dass die Gemeinschaft weiterwachsen darf.» Weitere Informationen zum Verein und zu den verfügbaren Gemüse-Abos unter: www.verein-loechli.ch.
⋌shs
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