Jonas Büchel
möchte mit Wird Führungspersonen zu Coaches machen.
An einer Presseorientierung vom Freitag, 24. April, in Bütschwil informierte das Komitee für echte flankierende Massnahmen (Keflam) gemeinsam mit betroffenen Grundeigentümern über ihre Kritik an den geplanten flankierenden Massnahmen an der Ottilienstrasse.
Bütschwil Die Ottilienstrasse hat mit der Eröffnung der Umfahrung eine neue Bedeutung erhalten und wurde 2012 nachträglich ins Kantonsstrassennetz aufgenommen. Im Zuge dessen plant der Kanton umfassende Anpassungen. Gemäss Teilstrassenplan soll die Strasse für alle Verkehrsteilnehmenden sicherer und übersichtlicher gestaltet werden. Vorgesehen sind beidseitige Trottoirs, sichere Fussgängerübergänge sowie optimierte Verkehrsknoten. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 3,3 Millionen Franken, wovon die Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil rund 1,1 Millionen Franken trägt. Keflam lehnt das Projekt in dieser Form ab. Christian Vogel vom Keflam erinnerte daran, dass die Stimmberechtigten im November 2023 einen Ausbau und Umbau der Ottilienstrasse mit rund 69 Prozent Nein-Stimmen deutlich abgelehnt hatten. «Trotz dieses klaren Neins will der Kanton nun flankierende Massnahmen umsetzen, die ein neues Trottoir beinhalten», sagte Vogel. Dieses sei bei nur 1'500 Fahrzeugen pro Tag gar nicht notwendig, führe zu Enteignungen auf zehn Grundstücken sowie zum Verlust von Parkplätzen,argumentiert der einheimische Kantonsrat.
Keflam-Präsident Fritz Rutz betonte, dass der Verein nach der gewonnenen Abstimmung gemeinsam mit dem Gemeinderat Ziele für die Entwicklung der Strasse habe definieren wollen. «Wir wollten zusammen mit dem Gemeinderat ein gemeinsames Vorgehen festlegen», so Rutz. Stattdessen sei der Gemeinderat «allein mit der Regierung vorgeprescht» und habe die Mitwirkung zum Trottoir organisiert. Die Enttäuschung beim Keflam und den Anwohnern sei entsprechend gross. «Deshalb fordern wir den Gemeinderat erneut auf, nutzbringend zusammenzuarbeiten», so Rutz. Denn nur gemeinsam könne man die Zustimmung für den notwendigen Kredit erreichen. Seine Kritik ist deutlich: «So wie es jetzt läuft, handeln Kanton und Gemeinderat gegen den Volkswillen.» Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Parkplatzsituation. Der Kanton schlägt vor, dass Anwohner künftig Flächen auf der gegenüberliegenden Strassenseite nutzen sollen. Diese befinden sich jedoch derzeit in einer Grünzone und werden als Gärten genutzt. Diese müsste man zuerst umzonen, wie Rutz erklärt. Das Problem dabei: «Der Kanton macht keine Vorschläge, wo die Anwohner bis zu dieser Umzonung parkieren sollen.»
Auch Erwin Breitenmoser kritisiert die Idee, Grünflachen in Parkplätze zu verwandeln. Er ist Grundeigentümer an der Ottilienstrasse und ist entsetzt: «Man kann doch nicht einfach Grünflächen asphaltieren, das macht man heutzutage nicht. Und selbst wenn es dann viel zu spät umgezont ist: Auf unbebautem Land an bester Lage zwischen Migros und Bahnhof brauchen wir Wohnraum, nicht Ersatzparkplätze!» Zusätzlich müsste man stets mit den gesamten Einkäufen über die Strasse. «Die Parkplätze vor dem Haus müssen bleiben, es gibt keine guten Ersatzmöglichkeiten», macht Breitenmoser deutlich. Mercedes Grämiger ist derselben Meinung. Sie ist ebenfalls Grundeigentümerin und wohnt mit ihrer Familie in ihrem Haus an der Ottilienstrasse. Grämiger macht deutlich, wie stark sie persönlich betroffen wäre: «Die Leute würden dann praktisch an meinem Wohnzimmer vorbeilaufen.» Ausserdem äussert sie Sicherheitsbedenken: Die Ausfahrt von ihrer Garage sei jetzt schon unübersichtlich. «Mit einem Trottoir wäre es noch heikler.» Generell stellt Grämiger bei 1500 Fahrzeugen pro Tag die Notwendigkeit infrage: «Es hat hier nicht so viel Verkehr. Ich habe selbst Kinder, die für den Schulweg die Strasse überqueren. Das war nie ein Problem.» Kritisch äussert sie sich auch zur Kommunikation mit dem Kanton: «Wir haben uns im Dezember 2025 mit dem Kanton getroffen, aber schon am nächsten Tag war deren Fahrplan mit der jetzigen Neuauflage der Ottilienstrasse in Stein gemeisselt. Wir herhielten seither keine klaren Antworten und Informationen.»
Aus diesem Grund verlangt Keflam von der Gemeinde und dem Kanton, dass «auf dieses unnötige Trottoir verzichtet wird». Langfristig soll dafür gesorgt werden, dass die Kantonsstrasse nicht mehr durchs Dorf führt. Besser geeignet wäre dafür die Langenrainstrasse. Somit würde der Verkehr ums Dorf herumgeleitet werden. «Unser Ziel ist damit auch eine Strassenhoheit statt einer Fremdbestimmung durch den Kanton», erklärt Rutz.
Das Komitee für echte flankierende Massnahmen (Keflam) wurde am 22. Januar 2019 gegründet und hat rund 165 natürliche sowie juristische Personen aus der ganzen Region Toggenburg als Mitglieder. Keflam setzt sich für eine sinnvolle, effiziente, sichere und zukunftsorientierte Umsetzung der flankierenden Massnahmen auf den Gemeinde- und Kantonsstrassen in der Region ein. Deshalb schlägt das überparteiliche Keflam eine bessere Lösung für alle vor. Keflam ist folglich nicht gegen flankierende Massnahmen, sondern für echte flankierende Massnahmen. Infos unter: www.keflam.ch.
⋌shs
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